Gute Teamarbeit - ein Wettbewerbsvorteil?

Führungs- und Managementarbeit kümmert sich um viele Themen wie Strategiearbeit, Marktpositionierung, Finanzen, Produktentscheidungen, Partnermanagement, Kundenzufriedenheit, Erfolgsmessung jeglicher Art, Führung und Entwicklung der einzelnen Mitarbeiten und vieles mehr. Was aber meistens nicht so dediziert auf der Agenda steht, ist die Teamentwicklung an sich. Ich frage mich, warum eigentlich nicht? Denn wie wir alle wissen, kann ein gut funktionierendes Team um ein Vielfaches mehr erreichen als die Summe der Einzelleistungen der Teammitglieder ergeben würde. „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“ (verkürztes Zitat von Aristoteles)

Aus Sicht von Patrick Lencioni (Autor von die 5 Dysfunktionen eines Teams) ist die Teamarbeit der eine nachhaltige Wettbewerbsvorteil, der noch weitgehend unerschlossen ist.

Wenn das so ist, ist es fast schon fahrlässig, sich als verantwortungsvolle Führungskraft nicht um die Entwicklung eines gut funktionierenden Teams zu kümmern. Aber ‚Achtung‘ ein Team besteht aus einer kleinen Gruppe von Menschen (maximal 9 Personen), die eine gemeinsame Mission oder ein gemeinsames Ziel verfolgen und zusammen möglichst alle Kompetenzen mitbringen, die benötigt werden um das gemeinsame Ziel zu erreichen. Sind diese Kriterien nicht erfüllt, handelt es sich eher um eine Gruppe von Menschen, die disziplinarisch in einer Abteilung zusammengefasst sind und im Wesentlichen voneinander abgegrenzte Ziele verfolgen. In diesem Fall wird man auch mit höchster Anstrengung kein gut funktionierendes Team formen können.

Aber was macht eigentlich ein gutes Team aus? Patrick Lencioni hat das Thema von der anderen Seite her beleuchtet – nämlich: Welche Zustände halten ein Team davon ab, gut zu funktionieren? Er nennt diese Zustände „Die 5 Dysfunktionen eines Teams“ und sortiert sie nach Wichtigkeit wie folgt: 

  1. Fehlendes Vertrauen
  2. Scheu vor Konflikten
  3. Fehlendes Engagement
  4. Scheu vor Verantwortung
  5. Fehlende Ergebnisorientierung 


Diese Dysfunktionen bauen aufeinander auf. Ich muss mich bei der Teamentwicklung also zuerst um die erste kümmern, um auch die anderen Dysfunktionen beheben zu können. Aus diesem Grund möchte ich heute hier zunächst nur auf das Thema ‚Vertrauen‘ eingehen.

Beginnen wir mit der Definition von Vertrauen... Nun, das ist gar nicht so leicht. Vielleicht gelingt uns der Zugang über folgende Frage: Woran erkennen wir, dass in einem Team Vertrauen besteht? Die Antwort darauf ist wiederum recht leicht: Vertrauen existiert, wenn die Teammitglieder Fehler und Schwächen offen zugeben, wenn sie sich durch Aussagen oder Verhalten angreifbar oder verletzlich machen, kurzum – wenn sie unperfekt und ohne eine professionelle Maske ihre Arbeit verrichten.

Wenn man sich nun bewusst macht, dass diese Situation, die Vertrauen in einem Team beschreibt, nach Patrick Lencioni die Basis für ein gut funktionierendes Team ist und damit auch die Basis für den gewünschten Wettbewerbsvorteil, dann müssen sich viele von uns - zumindest diejenigen, die schon seit mehreren Jahren im Business sind, die antrainierten Muster ganz schön abgewöhnen... 

Spannend finde ich in diesem Zusammenhang, dass sogar Vorstände erkannt haben, dass es ihnen nützen kann, wenn sie als Team agieren. So geschehen bei der Ottogroup (siehe Artikel von Petra Scharner-Wolff Vorständin bei der Otto Group – Harvard Business manager Spezial 2021). Die Vorständin beschreibt den Prozess der Veränderung ausgehend von einer Vorstandsarbeitsgruppe, in der jeder mit recht großem Ego sein jeweiliges Ressort vertreten hat, hin zu einer Teamarbeit als mühsam und langwierig. Interessanterweise nennt sie die Notwendigkeit Vertrauen im Vorstandsteam aufzubauen ganz am Anfang. Sie spricht davon, dass die Vorstandskolleg:innen lernen mussten, sich als Menschen zu begegnen. Hier schließt sich für mich der Bogen zu dem Aspekt ‚Vertrauen existiert‘, wenn sich Teammitglieder angreifbar und verletzlich machen dürfen, denn das sind wir Menschen nun einmal. 

Mein Fazit: Echtes Vertrauen im Team führt dazu, dass jedes Teammitglied alle Ideen und Gedanken ohne Sicherheitsnetz und doppelten Boden einbringen kann, und somit sein komplettes Potential ausschöpfen kann. Dass das auch oder vor allem auf Vorstandebene einen Wettbewerbsvorteil bringen kann, wird für mich an dieser Stelle offensichtlich.

Dieser Text erschien zuerst in meinem Newsletter „Innovation am Mittwoch“. Der Newsletter erscheint jeden zweiten Mittwoch – Hier können Sie ihn abonnieren


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Andrea SchmittInnovationstrainerinAm Mittelpfad 24a65520 Bad Camberg+49 64 34-905 997+49 175 5196446

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